Was ist ein Freiwilligendienst?

Beim Freiwilligendienst helfen die Menschen freiwillig in den Einsatzstellen. Die Menschen wollen das. Sie wollen damit anderen Menschen helfen. Sie tun etwas Gutes für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Das nennt man in Deutschland: ehrenamtliche Tätigkeit oder auch: freiwilliges Engagement.

Menschen, die einen Freiwilligendienst machen, nennt man: Freiwillige. Ein Freiwilligendienst ist eine besondere Form des freiwilligen Engagements.

Der Ort, an dem die Freiwilligen arbeiten, heißt Einsatzstelle. In jeder Einsatzstelle gibt es einen Ansprechpartner. Der Ansprechpartner heißt auch Tutor.

Freiwillige helfen in der Einsatzstelle mindestens 21 Stunden jede Woche. Maximal sind es 40 Stunden jede Woche.

Geflüchtete Menschen können einen Freiwilligendienst machen, wenn sie eine Aufenthaltsgestattung, eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Niederlassungserlaubnis haben.

Freiwillige müssen eine Beschäftigungserlaubnis für den Freiwilligendienst haben. Die Beschäftigungserlaubnis bekommen Sie von der Ausländerbehörde. Die Kölner Freiwilligen Agentur hilft Ihnen dabei, eine Beschäftigungserlaubnis zu bekommen.

Es mehrere Arten von Freiwilligendiensten in Deutschland. Sie unterscheiden sich darin, von welcher staatlichen Stelle das Geld kommt. Hier geht es um den Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug. Die Abkürzung lautet BFD-F.

Was können Freiwillige tun?

In einem Freiwilligendienst können Sie zum Beispiel:

  • Tätigkeiten machen, die Sie interessant finden,
  • Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen einbringen,
  • den Arbeitsalltag in Deutschland kennenlernen,
  • ausprobieren, welche Aufgaben und Tätigkeiten noch gut zu Ihnen passen,
  • herausfinden, welche beruflichen Wege Sie nach dem Freiwilligendienst gehen können,
  • eigene Projekte planen und durchführen,
  • andere Freiwillige bei den Bildungstagen treffen,
  • einen Sprachkurs machen,
  • Ihre Sprachkenntnisse anwenden und trainieren.

Ein Freiwilligendienst soll Spaß machen.

Anfang und Ende

Freiwillige können am 1. oder 15. Tag des Monats anfangen.

Ein Freiwilligendienst dauert mindestens 6 Monate und höchstens 12 Monate.

Aufwandsentschädigung

Am Ende des Monats bekommen Freiwillige Geld – der Name dafür ist Aufwandsentschädigung.

Wieviel Geld Freiwillige bekommen, hängt davon ab, wie viele Stunden sie in der Woche arbeiten:

Wochenstunden  Aufwandsentschädigung
21-27  Wochenstunden 100 €
28-34  Wochenstunden 150 €
35-40 Wochenstunden 200 €

Wer Arbeitslosengeld vom Jobcenter bekommt, muss das Jobcenter über den Freiwilligendienst informieren. Das Jobcenter hat folgende Regelung: Freiwillige können maximal 200 € im Monat zusätzlich zum Arbeitslosengeld erhalten, ohne dass das Arbeitslosengeld gekürzt wird. Das heißt: Freiwillige, die für ihren Freiwilligendienst nicht mehr als 200 € im Monat erhalten, bekommen das Arbeitslosengeld in gleicher Höhe wie vor dem Freiwilligendienst. Das steht in folgendem Gesetz: § 1 Abs. 7 Arbeitslosengeld II / Sozialgeld-Verordnung.

Während des Freiwilligendienstes haben Freiwillige keine Termine beim Jobcenter. Sie brauchen nicht über eine neue oder andere Arbeit zu sprechen. Das steht in folgendem Gesetz:  § 10 Absatz 1 Nummer 5 SGB II. Freiwillige haben eine wichtige Aufgabe. Sie müssen in dieser Zeit keine andere Arbeit beginnen.

Versicherung

Freiwillige sind sozialversichert, so wie alle arbeitenden Menschen in Deutschland. Zur Sozialversicherung gehören die folgenden Versicherungen:

  • Krankenversicherung,
  • Rentenversicherung,
  • Unfallversicherung,
  • Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Seminare

Vor dem Freiwilligendienst können Freiwillige die Einsatzstelle kennenlernen. Ein, zwei oder drei Tage lang können Freiwillige in der Einsatzstelle arbeiten. Danach können sie sich entscheiden, ob sie den Freiwilligendienst in dieser Einsatzstelle machen möchten. So können Freiwillige herausfinden, ob ihnen die Arbeit gefällt. Man nennt das Hospitieren.

Während des Freiwilligendienstes ist die Kölner Freiwilligen Agentur der Ansprechpartner für die Freiwilligen. Die Kölner Freiwilligen Agentur lädt alle Freiwilligen zu Bildungstagen ein. Bei den Bildungstagen lernen Sie andere Freiwillige aus anderen Einsatzstellen kennen. Und Sie lernen nützliche Dinge für den Freiwilligendienst und für die Zeit danach. Freiwillige müssen an den Bildungstagen teilnehmen. Denn die Bildungstage sind ein wichtiger Teil des Freiwilligendienstes. Die Bildungstage kosten für die Freiwilligen nichts. Die Kölner Freiwilligen Agentur kümmert sich auch um das Essen.

Die Kölner Freiwilligen Agentur kommt während des Freiwilligendienstes zu Besuch in die Einsatzstelle. Es wird darüber gesprochen, ob Sie und der Tutor in der Einsatzstelle zufrieden sind und ob sich etwas ändern soll. Wenn es wichtig ist, kann zu diesen Besuchen ein Übersetzer mitgebracht werden.

Zertifikat

Am Ende ihres Einsatzes bekommen Freiwillige ein Papier, in dem steht, was sie gemacht haben und wo sie gearbeitet haben. Der Name hierfür ist Zertifikat. Wenn Sie im Anschluss an den Freiwilligendienst arbeiten oder studieren möchten, ist das Zertifikat sehr wichtig. Denn es zeigt, dass Sie bereits in Deutschland gearbeitet haben und Erfahrungen gesammelt haben.