Kölner Freiwilligen Agentur e.V. Kölner Freiwilligen Agentur e.V.
Schriftgröße ändern: Standard Groß Größer
Print

Polizeiliches Führungszeugnis für Freiwillige

In der Vergangenheit wurden Führungszeugnisse immer dann aktuell, wenn es um Einstellungen oder Projekte in besonders sensiblen Einsatzfeldern ging. Anlässlich schwerer Fälle von Kindesmissbrauch und Kindesmisshandlung hat der Gesetzgeber Regelungen im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) eingeführt, die nicht nur Hauptamtliche, sondern auch Ehrenamtliche betreffen.  Die Rechtsvorschrift verlangt die Überprüfung der persönlichen Eignung von Personen in der Kinder- und Jugendhilfe (§72 a). Das bedeutet, die öffentlichen Träger müssen durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses ihrer Mitarbeiter/innen sicherstellen, dass sie keine Personen beschäftigen oder vermitteln, die rechtskräftig wegen Kindesmissbrauchs oder anderer Vergehen gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt wurden. Gleiches soll durch entsprechende Vereinbarungen mit Freien Trägern der Jugendhilfe gewährleistet werden. Diese Regelung wird in manchen Städten auch auf ehrenamtlich Tätige ausgedehnt. So müssen z.B. auch die ehrenamtlichen Lesepaten, die das Lesen an Kölner Schulen fördern, ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Ähnliches gilt für freiwilliges Engagement in städtischen Kindertageseinrichtungen oder beispielsweise in städtischen Kinderheimen.

Freiwillige, die in diesen Feldern sich engagieren und nach einem Führungszeugnis gefragt werden, sollten genau wissen, welches Führungszeugnis sie benötigen. Es  gibt zwei Arten von Führungszeugnissen: Das einfache Führungszeugnis (Belegart N) für Privatpersonen und das erweiterte Führungszeugnis (Belegart O) für Behörden. Antragsteller/innen sollten im Vorfeld wissen, welches Führungszeugnis sie benötigen. Führungszeugnis N gilt für außerbehördliche Organisationen, z.B. private Arbeitgeber. Dies ist das Führungszeugnis, das bei Einstellungen oder z.T. auch bei freiwilligen Engagements angefragt wird. Es wird nach Fertigstellung direkt nach Hause geschickt. Das erweiterte Führungszeugnis O ist für Einstellungen und Engagements bei öffentlichen Arbeitgebern und Behörden relevant. Ein Behördenzeugnis kann nur von einer Behörde bzw. einer Anstalt des öffentlichen Rechts beantragt werden. Freie Träger gehören in der Regel laut Bundeszentralregister nicht dazu. Das fertiggestellte Dokument wird nicht nach Hause, sondern direkt zu der Institution geschickt. Normalerweise ist jedoch für freiwilliges Engagement das Führungszeugnis N völlig ausreichend.

Beide Arten von Führungszeugnis können beim zuständigen Bürgeramt (Meldehalle) beantragt werden. Normalerweise ist die Ausstellung eines Führungszeugnisses kostenpflichtig. Wer sich ehrenamtlich engagiert und für dieses Engagement ein Führungszeugnis vorweisen muss, kann sich eine Bescheinigung von der Einrichtung bzw. vom Träger ausstellen lassen. Bei Vorlage dieser Bescheinigung wird das Führungszeugnis kostenlos ausgestellt.

Freiwillige, die sich im Rahmen der Kölner Freiwilligen Agentur engagieren und Ihrer Einrichtung ein Führungszeugnis vorlegen müssen, können eine Bescheinigung zur Vorlage beim Bürgeramt erhalten.

Als Konsequenz für Träger und Einrichtungen ergibt sich, dass ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Wahrnehmung und den Umgang mit den entsprechenden Problemen qualifiziert und sensibilisiert werden. Vielerorts sind inzwischen Instrumente entwickelt worden, die alternativ oder in Ergänzung zum polizeilichen Führungszeugnis eingesetzt werden können: z.B. Selbstverpflichtungserklärungen, schriftliche Vereinbarungen, Entwicklung eines „Ehrenkodex"  oder z.B. die Durchführung von speziellen Qualifizierungs- und Kommunikationsmaßnahmen.


Impressum Downloads Links Sitemap Suche