Was ist nur gut gemeint? Was ist auch gut gemacht? Oder anders: Was wirkt wirklich?

Gemeinnützige Organisationen wollen und sollen ihre gesellschaftlichen Ziele erreichen. Insofern ist die Überprüfung der Zielerreichung – also letztlich die Frage nach der Wirkung – ein Kernelement gemeinnütziger Aktivitäten. Den Organisationen hilft sie bei der qualitativen Weiterentwicklung. Aber auch Spender/-innen und soziale Investoren haben ein natürliches Interesse zu erfahren, ob ihr Engagement auch Wirkung zeigt. In den vergangenen Jahren ist das Thema „Wirkung“ auch für Freiwilligenagenturen immer wichtiger geworden.

Seit 2014 berichtet die Kölner Freiwilligen in den Jahresberichten, welche Wirkung wir mit unserer Arbeit erzielen. Dabei lehnen wir uns an die Vorgehensweise an, die der Social-Reporting-Standard empfiehlt.

Die Frage, die wir uns zuerst stellen: Vor welchen Herausforderungen sehen wir uns eigentlich? Und welche Lösungswege beschreiten wir?

Gesellschaftliche Herausforderungen und unsere Lösungswege

Es gibt viel zu tun in unserer Gesellschaft. Wir haben uns gefragt, an welchen Stellen die Kölner Freiwilligen Agentur tatsächlich einen Beitrag leisten kann. Wir sehen vier Problembereiche, die in unserer Gesellschaft aktuell eine große Rolle spielen und zu denen die Kölner Freiwilligen Agentur etwas tun kann. Wir bieten keine fertigen Lösungen und wir sehen uns nicht als die einzigen Akteure. Aber wir denken schon, dass freiwilliges Engagement eine Wirkung hat, die unsere Gesellschaft im Kleinen verändert. Worum geht es dabei? Wir beschreiben vier Herausforderungen, die wir alle für wichtig halten, die Reihenfolge spielt keine Rolle:

Ungleichheit

In unserer Gesellschaft besteht nach wie vor große Ungleichheit, der von der Politik nicht ausreichend begegnet wird. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird tiefer. In kaum einer anderen Industrienation sind berufliche Perspektiven und die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe so sehr von der Herkunft abhängig wie in Deutschland.

Dabei ist auch die Bürgergesellschaft gefordert, zu deren Selbstverständnis ja Solidarität und Teilhabe gehört. Freiwilliges Engagement kann dazu beitragen, soziale Grenzen zu überwinden und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu verbessern.

Komplexität

Die Welt ist komplexer geworden. Vielen Menschen fällt es schwer, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Häufig fehlt das Verständnis für andere Lebensrealitäten. Viele sehnen sich nach einfachen Antworten.

Freiwilliges Engagement erweitert den Horizont. Durch persönliche Begegnungen mit Menschen, die aus anderen sozialen Schichten oder anderen Kulturen stammen, entstehen Toleranz und im besten Fall Akzeptanz und Verständnis. Das freiwillige Engagement fördert Empathie und hilft, andere Lebensweisen und Kulturen besser zu verstehen.

Handlungsmöglichkeiten

Viele Menschen unterschätzen ihre eigenen Handlungsmöglichkeiten. Sie fühlen sich als kleines Rädchen im Getriebe, das funktionieren muss, aber keinen eigenen Handlungsspielraum hat. Politische Entscheidungsprozesse sind für viele Menschen nur schwer nachzuvollziehen, daher fühlen sie sich ausgeschlossen und ziehen sich ins Private zurück. Sie wissen nicht, dass und wie sie die Gesellschaft mitgestalten können.

Freiwilliges Engagement und Bürgerbeteiligung bieten die Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Menschen bringen ihre Kompetenzen ein und fühlen sich gebraucht und anerkannt. Sie nehmen teil am gesellschaftlichen Leben, bestimmen und organisieren mit, vertreten ihre und die Interessen anderer. Wer sich engagiert, erwirbt neue Kompetenzen, entwickelt Initiative, die ansteckend ist und andere mitreißt. Freiwilliges Engagement bedeutet für viele Engagierte Teilhabe und Mitbestimmung, Selbstorganisation und Interessenvertretung.

Ungenutzte Potentiale

Gemeinnützige Einrichtungen können ihr Potential häufig nicht entfalten, weil sie unterfinanziert sind. Finanzschwache Kommunen sparen besonders im kulturellen und sozialen Bereich.

Freiwilligenarbeit löst dieses Problem nicht grundlegend. Dennoch bereichern und erweitern Freiwillige die Angebote für die Zielgruppe und schaffen Entlastung für die Hauptamtlichen. Durch eine passgenaue Engagementvermittlung profitieren nicht nur Interessierte, sondern auch Einrichtungen, die so ihr Angebot verbessern und ausbauen können.

Wirkungsorientierte Berichterstattung in den Jahresberichten

Diese vier Herausforderungen und die beschriebenen Lösungswege greifen wir in der Arbeit der Kölner Freiwilligen Agentur auf unterschiedliche Art auf. In den Jahresberichten wird geschildert, wie wir das tun.

Termine

Nächstes Treffen: Mitwoch, 17. Januar 2018

Wie werden Jahresberichte wirkungsorientiert verfaßt? In Köln trifft sich regelmäßig eine Arbeitsgruppe, die sich über diese Frage austauscht. Weitere Interesseierte sind willkommen! Die genauen Termine und Orte der nächsten Treffen können bei der Kontaktperson in der Kölner Freiwilligen Agentur erfragt werden.

Hier gehts zu den Jahresberichten der Kölner Freiwilligen Agentur.

Ulla Eberhard

Kontakt
Ulla Eberhard
0221 / 888 278 -20
ulla.eberhard(at)koeln-freiwillig.de