Ehrenamtliche Sprachbegleitung in der Geflüchtetenarbeit

Sprache ist der Schlüssel zum Verstehen. Damit dies allen möglich ist, helfen ehrenamtliche Sprachbegleiter*innen. Sie übersetzen dort, wo sie gebraucht werden und es keine professionellen Dolmetscher*innen gibt. Geflüchtete / Migrant*innen, Beratungsstellen, Ärzt:innen, Anwält:innen, Schulen etc. können eine ehrenamtliche Sprachbegleitung erfragen. Es empfiehlt sich eine Vorlaufzeit von einigen Tagen für eine Anfrage. Die Unterstützung durch die freiwilligen Sprachbegleiter*innen ist kostenlos, die Übernahme von evtl. entstehenden Fahrtkosten wird erbeten.

Es gibt unterschiedliche Projekte, Initiativen und Organisationen, die freiwillige Sprachbegleitung vermitteln: 

  • Babellos vermittelt punktuelle, ehrenamtliche Sprachbegleitung, um Geflüchteten Teilhabe und Verstehen zu ermöglichen. In dem Projekt der Kölner Freiwilligen Agentur sind fast 100 ehrenamtliche Sprachbegleiter:innen, die unterschiedliche Sprachen anbieten. Sie begleiten bei Arztbesuchen, Elternabende, Wohnungsbesichtigungen und vielem mehr, wo keine hauptamtlichen Dolmetscher:innen zur Verfügung stehen.
    Sie haben eine Anfrage? Bitte senden Sie einen kurzen Text mit Ort, Zeit, Dauer, Anlass und Sprache an Gabi Klein, gabi.klein(at)koeln-freiwillig.de
    Die Babellos sind i.d.R. nur in Köln engagiert. Gerne leiten wir aber auch Anfragen in das Umland weiter. Wir gehen davon aus, dass eventuell entstehende Kosten wie Fahrtkosten, Coronatest von der anfragenden Stelle übernommen werden.
  • Jama Nyeta (übersetzt: „gemeinsam entwickeln“) unterstützt Menschen mit Flucht- und Zuwanderungsgeschichte, mehrheitlich aus Westafrika. Neben individueller Begleitung in schwierigen Situationen, Arbeitsmarktintegration und informeller Bildung u.v.m. vermittelt Jama Nyeta auch Sprachbegleitung in den westafrikanischen Sprachen Bambara, Djoula, Malinké, Foula und Sosso. Kontakt: Momo Sissoko, Tel: 0172 7722325, info@jamanyeta.org
  • Migrafrica verwirklicht Inklusion, soziales Unternehmertum und Entwicklungszusammenarbeit. Der Verein berät, betreut und unterstützt und verbindet so Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte und die Mehrheitsgesellschaft. Migrafrica vermittelt Sprachbegleitung für amharisch und tigrinya. Kontakt: Amanuel Amare, Tel: 0221 99390435, kontakt@migrafrica.org
  • Integrationslots:innen begleiten Menschen bei Behörden, Bildungseinrichtungen und Gesundheitsdiensten, sie unterstützen beim Ausfüllen von Formularen und vermitteln Informationen in mehrsprachigen Gruppenveranstaltungen. Die Integrationslots:innen werden über unterschiedliche Träger vermittelt:

Weitere Angebote….

… für ukrainisch / russisch:

  •  Sprachmittler:innen-Pool ukrainisch / russisch des Forum für Willkommenskultur. Anfragen können hier gestellt werden
  • StudiMetsch – Online-Dolmetscherprojekt für ukrainisch– sowie russischsprachige Geflüchtete. Eine Initiative von Studierenden der Hochschule München. Die Sprachbegleitung findet online statt.
  • Medizinische Dolmetsch-Nothilfe Ukrainisch, die rund um die Uhr von Ärzt:innen ehrenamtlich geboten wird, Kontaktaufnahme per Formular (auf Deutsch): dolmetsch-nothilfe.org
  • Übersetzung von Schriftstückenclearglobal.org/partner-with-us/ukraine-appeal/

 

… alle Sprachen

  • Das Projekt TranslAid von ArrivalAid bietet deutschlandweite, ehrenamtliche Sprachmittlung bei Behördengängen, Arztbesuchen und Beratungen. Die Anfrage erfolgt mind. 48 Std. vor dem Termin über einen Fragebogen (Link)

  • DeafRefugees – Dolmetscher Liste DE – Vermittlung von Dolmetscher:innen für taube Geflüchtete

 

Neben den punktuellen Sprachbegleitungen gibt es langfristigere, zweisprachige Angebote: 

  • Über das Projekt „Übergänge gestalten“ unterstützt der Interkulturelle Dienst der Stadt Köln (IKD) geflüchtete Familien mit besonderem Unterstützungsbedarf beim Übergang von der Flüchtlingsunterkunft in die erste eigene Wohnung, indem mehrsprachige Integrationsbegleiter*innen eine Anbindung an Regelangebote und eine Orientierung im Stadtgebiet/ Sozialraum begleiten. Der Zugang zu diesem freiwilligen Angebot erfolgt über Vermittlung des Wohnungsamtes  (mit Einverständnis der Familien) oder durch Anregung von Trägern oder Aktiven im Stadtteil. In einem Erstgespräch gemeinsam mit dem IKD, der geflüchteten Familie und den Integrationsbegleiter*innen werden die Inhalte des Einsatzes besprochen. Der Einsatz der Begleiter*innen ist in der Regel auf drei Monate und maximal 40 Stunden begrenzt. Der Flyer des IKD in 13 verschiedenen Sprachen. Für jeden Kölner Bezirk gibt es eigene Ansprechpersonen beim IKD, mehr Infos

 

Zudem gibt es…

  • für Mitarbeitende bei einer städtischen Dienststelle, in einer städtischen Kindertagesstätte oder in einer Kölner Schule den Sprachmittlerpool für die Stadt Köln.  Link zum Flyer