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Titelblatt der Projektarbeit" "Sag#s uns!" Wie beteiligst du dich in deiner Stadt?

Sag’s uns – die Studie

Studierende der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung haben eine Studie zu Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung in Köln durchgeführt. In diesem Artikel möchten wir Ihnen ein paar der Ergebnisse präsentieren.

Seit dem Ratsbeschluss aus 2018, der den Beginn der Systematischen Öffentlichkeitsbeteiligung in Köln markiert, hat sich viel getan. Das Kooperative Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung, dessen stadtgesellschaftlichen Part wir bilden, wurde eingerichtet. Es fanden mehrere Beteiligungsverfahren nach den Regeln der Systematischen Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Es wurde und wird auf unterschiedlichen Wegen über die Möglichkeiten der Öffentlichkeitsbeteiligung berichtet und mit Plakaten, Kinospots u.a.m. hierauf aufmerksam gemacht.

Inwieweit sind diese Möglichkeiten nun tatsächlich in der öffentlichen Wahrnehmung bekannt? Und werden sie genutzt?

Dies herauszufinden war unter anderem Ziel einer Studie, die von Studierenden der Hochschule für Polizei und Verwaltung (HSPV) unter Anleitung von Herrn Prof. Windschuh im Rahmen eines Forschungsseminars und in Kooperation mit dem Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung | Stadt Köln durchgeführt wurde.

Um ein möglichst breites Spektrum an Perspektiven zu erfassen, wurden von den Studierenden insgesamt knapp 300 Passant*innen in ganz unterschiedlichen Stadtteilen von Köln befragt. Von besonderem Interesse waren dabei Formate wie „Sag’s uns“, „Meinung für Köln“, die Möglichkeit zur Fremdanzeige sowie die Petitionen an den Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Anregungen und Beschwerden.

Der großen Mehrheit der Befragten war das Thema „Öffentlichkeitsbeteiligung“ generell wichtig. Dabei gaben sie an, die Themen „Nachhaltigkeit & Klima“, „Verkehr und Mobilität“ und „Ordnung & Sicherheit“ besonders relevant zu finden und sich hier an der Debatte beteiligen zu wollen.

Auf die Frage nach Umständen, unter denen sich die Befragten stärker am politischen Prozess beteiligen würden, wurde am häufigsten der Wunsch nach mehr Informationen zu den unterschiedlichen Möglichkeiten genannt. So war 62% der Befragten keine Möglichkeit der Beteiligung bekannt. Am bekanntesten war die Plattform „Sag’s uns“, gefolgt von der Möglichkeit der Fremdanzeige. Die Beteiligungsplattform für Öffentlichkeitsbeteiligung „Meinung für Köln“ hingegen kannten lediglich 10 der befragten Personen. Gleichzeitig wurden die unterschiedlichen Möglichkeiten eher selten bis nie genutzt. Als Gründe wurden hier etwa der Zweifel am tatsächlichen Nutzen der eigenen Eingabe oder auch die geringe persönliche Betroffenheit genannt.

Außerdem gingen die Studierenden der Frage nach, welche Formate und Formen sich die Befragten wünschen würden, die sie stärker zur Beteiligung motivieren würden. Am häufigsten wurde hier die bequeme Online_Umfrage genannt; mit großem Abstand dahinter folgten Präsenzveranstaltungen. Hier zeigt sich ebenfalls ein Unterschied zwischen den Generationen: Insbesondere jüngere Menschen scheinen hier digitale Formate zu bevorzugen.

 

Insgesamt decken sich die Ergebnisse des Forschungsprojekt der Studierenden mit der aktuellen Literatur zu diesen Themen. Weiterhin zeigt sich, dass sich die thematischen Interessensgebiete der Befragten mit den Fokusthemen der Systematischen Öffentlichkeitsbeteiligung in Köln decken. Die Möglichkeit, sich im Rahmen von Beteiligungsverfahren oder Form in eigeninitiativ eingebrachter Anliegen zu beteiligen, wird aber kaum genutzt. Als einer der Gründe wurde die geringe Kenntnis der Befragten über diese Möglichkeiten benannt. Die lässt auf einen Nachholbedarf hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit rund um die Öffentlichkeitsbeteiligung in Köln schließen. Dies ist auch uns und den Kolleg*innen aus dem städtischen Teil Büro für Öffentlichkeitsbeteiligung bewusst: In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Kampagnen mit Hilfe ganz unterschiedlicher Medien durchgeführt – doch dabei soll es natürlich nicht bleiben. Uns das schöne Wetter der Sommermonate zu Nutze machend, möchten wir verstärkt auch mit unserem Infostand im öffentlichen Raum präsent sein, um Menschen vor Ort noch besser informieren zu können.

 

Sie haben Fragen, Anliegen oder möchten sich rund um die Themen Bürgerschaftliches Engagement und Öffentlichkeitsbeteiligung in Köln beraten lassen?

Die nächsten Termine für unsere allgemeine Sprechstunde sind wie folgt:

Donnerstag, 07. Juli 2022, 12:00 – 13:00 Uhr

Donnerstag, 14. Juli 2022, 18:00 – 19:00 Uhr  (Letzte Sprechstunde vor der Sommerpause)

 

Weitere Termine, wie beispielsweise diejenigen unserer aufsuchenden Aktionen finden Sie jederzeit auf unserer website unter:

https://www.koeln-freiwillig.de/einmischen-offene-sprechstunde/

 

Oder sprechen Sie uns an unter:

0221 888 278-16
beteiligen(at)koeln-freiwillig.de