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In einem anderen Beitrag haben wir bereits über die heiß diskutierten Pläne zur Weiterentwicklung der Ost-West-Achse hier in Köln berichtet.

Nun widmen wir uns einem anderen zentralen Punkt in der Innenstadt, der eng auch mit dieser Diskussion verbunden ist: Dem Neumarkt.

Die Zukunft des Neumarktes hängt insofern mit der Entscheidung über eine ober- oder unterirdische Führung der KVB Linien 1/7/9 zusammen, als dass der Platz einen wichtigen Knotenpunkt des KVB Verkehrs ausmacht. So lange die Streckenführung noch in der Schwebe steht, können keine umfassenden Pläne für eine Neugestaltung des Platzes umgesetzt werden. Trotzdem sieht die Stadt Handlungsbedarf:

Der Neumarkt ist bekannter öffentlicher Anziehungspunkt für drogengebrauchende Menschen – neben der sozialen Misere, die damit einhergeht, ist dies natürlich auch schlecht für das Image der angrenzenden innerstädtischen Shoppingmeilen Schildergasse und Ehrenstraße.

Auch verkehrstechnisch ist die Streckenführung um den Platz für alle Verkehrsteilnehmenden eher umständlich.

Gleichzeitig ist der Neumarkt aber auch eines: eine große Ödnis.

Im Winter findet hier einer der großen Kölner Weinachtsmärkte seine Heimat, dazwischen gastiert immer wieder der Zirkus. Die meiste Zeit jedoch präsentiert sich der Platz als leere Betonwüste ohne wirkliches Flair.

Um letzterem ein wenig entgegenzuwirken werden nun verschiedene Maßnahmen umgesetzt:

So wurde etwa Drogenkonsumraum eingerichtet, ein Container auf dem Platz aufgestellt, in dem sogenannte „Platzkümmerer“ als Ansprechpartner:innen zur Verfügung stehen und im Sommer das Projekt „Nimm Platz am Neumarkt“ gestartet – eine temporäre Zwischennutzung mit Freilichtbühne, die zu einem Besuch und Verweilen auf dem Platz einladen sollte. Auch der Neubau, bzw. die Reaktivierung eines Brunnens und ein „gastronomisches Angebot auf der Platzfläche“ sollen dem Platz wieder zu mehr Aufenthaltsqualität verhelfen.

https://www.stadt-koeln.de/…/umgesetzte-massnahmen-zur…

https://www.stadt-koeln.de/leben-in…/perspektive-neumarkt

Eine gewisse Ähnlichkeit zum Vorgehen rund um den Ebertplatz lässt sich definitiv erkennen, obwohl der situative Kontext im Fall des Neumarkts ein anderer ist: Der Ebertplatz liegt eingebettet inmitten von Wohnquartieren, die über eine wichtige Ressource verfügen: eine engagierte Nachbarschaft mit einem echten Interesse am Geschehen und einem dezidierten Gestaltungswillen. Nur so konnte die Zwischennutzung des Ebertplatzes seit 2018 bis heute gelingen.

Am Neumarkt hingegen ist vermutlich nicht mit einer solchen Konstellation zu rechnen, sodass sich die Frage nach einer Trägerstruktur aufdrängt.

Trotzdem scheint es ein Schritt in die richtige Richtung den vielen großen Plätzen von Köln ein wenig mehr Seele geben zu wollen.

Wie soll der Neumarkt Ihrer Meinung nach in Zukunft gestaltet sein?

Was braucht es dafür?

Und an welchen Orten sehen Sie einen ähnlichen Handlungsbedarf?

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